Nachteilsausgleich dyskalkulie antrag Muster

Personen mit Dyskalkulie haben ausgeprägte, anhaltende Probleme bei der Anwendung der grundlegenden Methoden der Arithmetik und in der Kenntnis der mathematischen Fakten (die Multiplikationstabelle); nach der ICD-10-Definition der Störung (Code F81.2) sind diese Probleme nicht nur auf geringe Intelligenz oder unzureichende Schulbildung zurückzuführen. Diese Probleme sind häufig mit einer beeinträchtigten Grundverarbeitung von Zahlen und Mengen (7–10) (Box) verbunden. Das Geschlechterverhältnis der Erkrankten ist ungefähr gleichmäßig, mit einem Trend zu einer höheren Prävalenz bei Mädchen (11). die Instrumente für die Bewertung und Differentialdiagnose von Dyskalkulie, und die diagnostischen Instrumente zur Bewertung von Dyskalkulie sind von zwei Haupttypen, die Curricular und die neuropsychologische. Hat das Kind oder der Jugendliche neben Dyskalkulie Schwierigkeiten, schriftliche Sprache (Lesen, Rechtschreibung) zu erwerben? Kinder mit mathematischer Lernbehinderung, mit Dyskalkulie und mit kombinierter Dyskalkulie und Legasthenie haben deutlich unterschiedliche kognitiv-neuropsychologische Leistungsprofile, wie abbildung 2 (14, 20) zeigt. Angesichts der Vielzahl der an diesen Störungen beteiligten funktionellen Komponenten und des breiten Spektrums potenzieller geistiger und neuropädiapädiatischer Komorbiditäten ist klar, dass die diagnostische Bewertung über die rein mathematischen Komponenten hinausgehen muss, um eine gründliche persönliche, familiäre und schulische Entwicklungsgeschichte einzuschließen. Bei der Bewertung des Zustands der allgemeinen kognitiven Entwicklung des Kindes müssen auch nichtnumerische kognitive Bereiche, soziales und emotionales Wohlbefinden sowie Erkenntnisse aus den Bereichen der Entwicklungsneurologie und gegebenenfalls der Neurophysiologie (EEG, Neuroimaging) berücksichtigt werden (2, 15, 21, 22) (Kasten 4). Mit der Ausgabe dieser Leitlinie zur Diagnose und Behandlung von Dyskalkulie stehen nun evidenz- und konsensbasierte S3-Richtlinien zur Verfügung, die den gesamten Bereich spezifischer Entwicklungsstörungen scholastischer Fähigkeiten abdecken (ICD F81). Diese Richtlinie enthält relevante Informationen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die an Dyskalkulie leiden, und sollte in allen Bereichen ihrer Diagnose und Behandlung umgesetzt werden. Um eine bessere Umsetzung der Empfehlungen zu ermöglichen, enthält die Leitlinie auch zusätzliche Informationen über ihre Anwendung in der Schule, in der Lerntherapie und in der Behandlung von Erwachsenen mit Dyskalkulie. Es enthält auch Fallillustrationen, die den Diagnoseprozess veranschaulichen. Informationsblätter zu jedem Test, die ihre Parameter und die enthaltenen Untertests angeben, sowie Vortragsfolien, die den Inhalt der Richtlinie beschreiben, stehen zum Download auf der AWMF-Website zur Verfügung.

Isolierte Dyskalkulie vs. allgemeine Lernbeeinträchtigung Forschung von Shalev, et al. legt nahe, dass einige Familien eine genetische Veranlagung für Dyskalkulie haben, was zu einer Prävalenz führt, die 10x höher ist als in der allgemeinen Bevölkerung.